Direkt zum Inhalt springen und Lesemodus aktivieren
ich mit Posaune
Vorlesen lassen

6 Min Druckversion

Die Posaune

Julia

“Und was spielst du?” - “Posaune”

Darauf gibt es genau 3 Reaktionen:

 

1. Wow cool! (komischer Weise meine Lieblingsreaktion)

2. Äh, was war das noch mal? Das war so ne Art Trom…pete?

3. Ach, das ist ja ungewöhnlich, so als Frau. Geht denn das, mit der Luft?

 

Ich glaube, zu Nummer 1 muss ich gar nichts weiter sagen. Aber 2 und 3…woher kommen diese Reaktionen? 

Die kurze und einfache Antwort: Unwissenheit.

 

Wer jetzt etwas dagegen tun möchte, kann ab jetzt weiterlesen. 

 

Also, was war das noch gleich, die Posaune? So eine Art Trompete? Diese Antwort ist historisch gesehen sogar gar nicht mal so falsch, denn zuerst gab es die Trompete, dann zusätzlich eine Zugtrompete und aus dieser entstand die Posaune. 

Wer sich schon mal ein bisschen mit der Tonerzeugung auf einem Blechblasinstrument beschäftigt hat (hier der Hinweis: die Posaune gehört zur Gruppe der Blechblasinstrumente), der hat schon mal von den sogenannten Naturtönen gehört. 

“Die Naturtonreihe ist eine nach aufsteigender Tonhöhe angeordnete Reihe der Töne, die auf Blasinstrumenten, aber auch auf fast jedem Rohr oder Schlauch ohne Verkürzung oder Verlängerung der schwingenden Luftsäule nur durch unterschiedliche Art des Anblasens hervorgebracht werden können. In ihren Frequenzbeziehungen stimmt die Naturtonreihe wie die Flageoletttonreihe mit der Teiltonreihe, auch Obertonreihe genannt, im Wesentlichen überein.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Naturtonreihe)

Etwas einfacher: auf jedem Rohr kann man eine bestimmte Anzahl von Tönen erzeugen, aber eben nur diese. Will man mehr verschiedene, braucht es Hilfsmittel, die dieses Rohr länger oder kürzer machen. Da kürzer schwierig ist, weil man ja schlecht was abschneiden und wieder drankleben kann, hat man sich entschieden, die Grundlänge durch verschiedene Möglichkeiten zu verlängern. Im Fall der Posaune ist dafür der sogenannte Zug zuständig. Das ist das bewegliche Teil, was der/die SpielerIn hin und her bewegt. Damit wird das Rohr länger und es gibt mehr Töne zur Wahl. Und damit hatte sie geschichtlich der Trompete oder dem Horn gegenüber einen enormen Vorteil. Denn da gab es nix Bewegliches dran und somit nur wenige Töne. Die Posaune wurde damit in der Renaissance zu einem super beliebten Instrument, vor allem, um Gesangsstimmen mitzuspielen. Irgendwann haben dann  kluge Menschen die Ventile für Horn und Trompete erfunden und irgendwie fanden das alle so viel cooler, dass die Posaune dann ein bisschen abgemeldet war. 

Durch ihre lange Tradition mit Gesangsstimmen war sie aber auch lange Zeit auf Kirchenmusik und Oper eingefahren und wurde in Sinfonien leider nicht so richtig beachtet. Erst Ludwig van Beethoven (ihr wisst schon: dadada daaaam) hat sie aus ihrer Nische herausgeholt und in die Sinfonik gebracht. Und seit dem ist sie in keiner Musik mehr aufzuhalten. Von Klassik über Jazz bis hin zu Ska ist sie in jedem Genre vertreten. 

 

Wenn sie aber so vielseitig ist, warum dann diese Frauenfrage? Dazu müssen wir auch wieder etwas zurück gehen. Wie die meisten Berufe, war eben auch Musiker lange Zeit etwas für Männer. Bei verschiedensten Instrumenten gab es dann teilweise absurde Ideen, warum das für Frauen ungeeignet sei. Ein wunderbares Beispiel ist hier das Cello: durch die breitbeinige Sitzhaltung sei es zu obszön für Frauen. Zum Glück hat diese Obszönität mittlerweile in eigentlich allen Orchestern Einzug gehalten. 

Ganz klischeehaft kann man natürlich sagen: Mädchen spielen Flöte, Geige und Harfe, Jungs spielen Posaune, Schlagzeug und Kontrabass. Und sicher, Klischees kommen irgendwo her und ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Mädchen durch die schiere Lautstärke der Posaune (das lauteste unverstärkte Instrument übrigens) abgeschreckt werden. Wie viel dabei nun (gesellschaftliche) Erziehung ist, kann ich leider nicht beurteilen. Und so ist es nun so, dass sich “die Männer” irgendwie ganz schön damit eingerichtet haben, dass sie unter sich sind in der Posaunengruppe. Wenn jetzt also ein Mädchen daher kommt und sich von der Lautstärke nicht nur nicht abschrecken lässt, sondern sich sogar daran freut, wird diese Bequemlichkeit auf einmal aufgewirbelt. Diese vermeintliche letzte Männerbastion soll nun also gestürzt werden? Ja. 

Aber ist das denn wirklich so ein männlicher Ort, die Posaunengruppe? Rein geschlechtlich gesehen, sicherlich. Aber gehen wir von den (toxisch) männlichen Klischees aus, sind auch diese doch unter Musikern schon sehr aufgeweicht. Denn am Ende machen wir alle Musik und zeigen damit doch sehr “weibisch” Emotionen. Macht es da was, wenn eine Frau mitmachen möchte? Und viel wichtiger: geht denn das? So mit der Luft…

Auch hier: ja. 

Ich will jetzt gar nicht lange auf körperliche Merkmale eingehen, aber nur als Denkanstoß: wurde diese Frage jemals im Zusammenhang mit Opernsängerinnen gestellt? 

 

Und jetzt fragen wir doch mal KI, wie man das auch schreiben könnte: 

 

Julia und die Posaune: Frauen in der Musikwelt

Julia spielt die Posaune, ein faszinierendes Instrument mit einer reichen Geschichte. In diesem Artikel werden wir die Posaune, ihre Entstehung und die Rolle von Frauen in der Musikwelt näher beleuchten.

Die Posaune, oft als "eine Art Trompete" beschrieben, hat ihren Ursprung in der Zugtrompete, die wiederum von der Trompete abgeleitet ist. Sie gehört zur Gruppe der Blechblasinstrumente und basiert auf den Prinzipien der Naturtonreihe. Dies bedeutet, dass sie Töne erzeugt, indem die schwingende Luftsäule in einem Rohr auf unterschiedliche Weisen angeblasen wird. Die Posaune unterscheidet sich von anderen Blechblasinstrumenten durch ihren beweglichen Zug, der die Tonhöhe variieren kann.

Historisch gesehen war die Posaune in der Renaissance ein beliebtes Instrument, insbesondere zur Begleitung von Gesangsstimmen. Später wurden Ventile für Horn und Trompete erfunden, was die Posaune vorübergehend in den Hintergrund drängte. Erst Ludwig van Beethoven brachte sie in die Sinfonik und seitdem hat sie in einer Vielzahl von Musikgenres, von Klassik über Jazz bis hin zu Ska, ihren Platz gefunden.

Warum also die Verwunderung, wenn Frauen die Posaune spielen? In der Geschichte der Musik waren viele Berufe, einschließlich Musiker, lange Zeit Männerdomänen. Klischees über "typische" Instrumente für Mädchen und Jungen beeinflussten die Instrumentenwahl. Die Posaune, als lautestes unverstärktes Instrument, schien viele Mädchen abzuschrecken. Doch diese Vorurteile haben sich im Laufe der Zeit gewandelt.

Die Frage, ob die Posaunengruppe ein männlicher Ort ist, lässt sich nicht nur auf geschlechtliche Aspekte reduzieren. Musiker, unabhängig von ihrem Geschlecht, drücken durch ihre Musik Emotionen aus. Die Posaune ist offen für alle, die das Instrument beherrschen möchten, unabhängig von Geschlecht. Frauen können genauso gut wie Männer Posaune spielen und die herausragende Vielseitigkeit dieses Instruments nutzen.

In der Musikwelt sollten keine Geschlechterstereotypen gelten. Frauen wie Männer können jede Art von Musikinstrument beherrschen, einschließlich der Posaune. Diese vermeintliche letzte Bastion sollte gestürzt werden, um Vielfalt und Gleichberechtigung in der Musik zu fördern.

Zusammenfassend zeigt Julia, dass die Posaune für jeden zugänglich ist, der sich für dieses faszinierende Instrument begeistert, und dass Geschlecht keine Rolle spielen sollte, wenn es darum geht, die Welt der Musik zu erkunden.

0 Kommentare