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Was ist das Fediverse

Das Fediverse ist eine Art Zusammenschluss verschiedener Anbieter um einen gemeinsamen Datenaustausch zu ermöglichen.

Was zunächst sehr technisch klingt an einem einfachen und konkreten Beispiel erklärt.

Dienste (Software)

Im Mittelpunkt stehen die Dienste, die ein Nutzer verwenden möchte. Z.B. ein Kurznachrichtendienst. Es gibt nun die Möglichkeit, sich bei einem Dienst zu registrieren, ist dies ein geschlossener Dienst, können nur andere Mitglieder auf diesem Dienst mit einem Interagieren. Einer solchen Dienste ist Twitter. Das gleiche gilt auch für andere Arten wie z.B. Video-Portale, Musik-Dienste etc. In der Regel sind diese Dienste Closed Source und werden nur von einem Anbieter bereit gestellt.

Anbieter

Anbieter sind nun diese Gruppen, die einen oder mehrere Dienste bereitstellen. Da, wie beschrieben, die Dienste oft Closed Source sind, gibt es einen Anbieter für einen Dienst und die Begriffe Anbieter und Dienst sind quasi austauschbar.

Föderierte Dienste

Ein Schwerpunkt für Dienste im Fediverse ist die Eigenschaft dezentralisiert und föderiert zu sein.
Das heißt, eine Software wird von mehreren Anbietern bereitgestellt. Wenn diese Dienste nun die gleiche technische Sprache sprechen, können diese untereinander kommunizieren. Ein klassisches Beispiel ist die gute alte E-Mail.
Egal, bei wem man einen Account hat (Eigener Server, kostenloser Account bei einem Anbieter, was bezahltes), jeder kann mit jedem kommunizieren.
Und dabei ist egal welcher E-Mail-Client verwendet wird (in Prinzip, Outlook ist da die blöde Ausnahme).

Jeder Anbieter kann nun selbst entscheiden, wer die Dienste benutzen darf und unter welchen Bedingungen.

Fediverse

Hier ist es nun analog wie z.B. E-Mail, der Unterschied ist jedoch dass es eine Schnittstelle gibt, mit der auch verschiedene Dienste miteinander kommunizieren können.
Z.B. Mastodon (Kurznachrichtendienst), PeerTube (Video-Plattform), Pixelfed (Instagram Alternative) und viele mehr.
All diese Dienste können miteinander Daten tauschen und auch z.B. Pixelfed kann sagen, jemand hat bei PeerTube ein neues Video hochgeladen.
Oder es können Nachrichten dienstübergreifend versendet werden, oder Likes, Kommentare etc.

Die meisten dieser Dienste sind Open-Source und können von jedem mit genug technischem Verständnis aufgesetzt und betrieben werden.
Laut the-federation.info gibt es aktuell z.B. knapp 3000 Instanzen von Mastodon mit über 2,8 Millionen Nutzern, plus über 1000 Peertube Instanzen mit fast 170.000 Nutzer und und und. Alle können miteinander Daten tauschen.

Content Nation ist übrigens auch einer dieser Dienste, allerdings noch nicht mit Millionen von Nutzern.

Im Gegensatz zu Diensten mit einem Anbieter, benötigen wir nun für die eindeutige Zuordnung zwei Teile. Ein Benutzername und eine Instanz.
Also genau wie eine E-Mail.
Damit das aber nicht mit einer E-Mail verwechselt wird und ähnlich wie anderen Diensten verwendet wird, gibt es ein @ vor dem Namen. Also das Profil hier ist z.B. @hilfe@contentnation.net , also @ Benutzername @ Anbieter/Instanz.

Eigentlich gar nicht kompliziert und so viel mächtiger als ein einzelner Dienstanbieter. Und falls einem ein Anbieter nicht gefällt, einfach einen anderen nehmen.