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Der kleine Bär

Von: Martin Krefta und Tom Nentwich

Honig. Honig war das, was Benni der kleine Bär von ganzem Herzen liebte. Als er wieder seine Honigkammer aufsuchte, musste er feststellen, dass sein Vorrat zur Neige ging. Also machte er sich auf den Weg in den naheliegenden Wald, um sich wieder Honig zu beschaffen. Als er eine Lichtung betrat, fielen ihm einige Tiere auf, die schienen in Schwierigkeiten zu stecken. Benni fiel auf, dass da auch ein starker Wolf, ein weiser Fuchs und eine intelligente Ziege waren. Er ging auf die Tiergruppe zu und fragte:

„Hallo ihr, was habt ihr denn für ein Problem?“

„Na schau dir das mal an.“ Sagte der Wolf und deutete auf einen umgestürzten Baumstamm. „Der ist heute Nacht, als der Sturm gewütet hat,
umgeknickt und blockiert jetzt den Waldweg.“

Der kleine Bär überlegte eine Weile, wie er den Baumstamm da vom Weg bekommen würde. Er lächelte und rieb seine Tatzen gegeneinander. Auf der anderen Seite der Lichtung hatte er ja mehrere Bäume gesehen, an denen Bienennester hingen. Benni ging auf die Nester zu und blickte zu den Bienen voraus, die fleißig arbeiteten. Er blieb einige Schritte vorher stehen und seine Stimme erklang dunkel und ruhig:

„Hallo Bienen, ich benötige euren Honig. Könnte vielleicht eure Königin kurz zu mir kommen? Ich würde mit ihr gerne über mein Problem sprechen.“

Schon kurz darauf kam die Bienenkönigin aus einem der Nester direkt auf Benni zugeflogen, landete auf einer gelben Blume neben ihm und forderte den kleinen Bären auf, ihr zu berichten. Er deutete hinüber zu der Tiergruppe und erklärte deren Problem. Und zum Schluss sagte er dann noch:

„Und um das Problem zu lösen, benötige ich einen kleinen, süßen Tropfen eures Honigs.“

Die Königin nickte ihm schließlich zu, hob ab und flog in ihr Nest zurück.

Kurz danach kam sie erneut auf ihn zu. Fünf ihrer Kinder begleiteten sie. Die Königin stieß einen Pfeifton aus und wie auf Kommando ließen die fünf Bienen in Bennis offenes Maul süßen Honig fallen. Der kleine Bär bedankte sich und als er die ersten Schritte in Richtung der drei Tiere machte, raste plötzlich intensive Wärme durch seinen Körper. Er stellte überrascht fest, dass die Müdigkeit der vergangenen Nacht plötzlich verschwunden war. Er strahlte nun innere Ruhe, Kraft und Motivation aus und rannte überglücklich auf die drei Tiere vor dem blockierten Weg zu. Als Benni vor dem Baumstamm wieder zum Stehen kam, starrten ihn die drei erstaunt an. Der kleine Bär machte nun nicht nur einen anderen Eindruck auf sie, er benahm sich auch nicht mehr so wie zuvor. Benni legte vier lange, starke Äste unter den Stamm und als er mit deren Position
zufrieden war, erklärte er den drei Tieren, welche großartige Idee er hatte und was genau sie nun machen sollten.

„Also, wir stellen uns jeder neben einen der Äste da und auf mein Zeichen springen wir drauf.“

Sie positionierten sich alle vier und Benni prüfte nochmals mit einem strengen Blick, ob sie nun bereit waren. Dann brüllte er laut „Achtung! Fertig! Hopp!“, um den anderen zu signalisieren, dass sie springen sollten. Nachdem alle gleichzeitig auf die Äste gesprungen waren, rollte der dicke, schwere Baumstamm tatsächlich den Abhang am Wegesrand hinab. Der Fuchs, die Ziege und auch der starke Wolf waren so glücklich und sie waren Benni so dankbar, dass sie ihm ein Geschenk machten. Sie überreichten ihm einen großen Topf mit gesammeltem Honig für seine Vorratskammer. Seit diesem Zeitpunkt waren die vier Freunde unzertrennlich und erlebten gemeinsam noch viele tolle Abenteuer.

Nachwort des Autors:
Diese Geschichte soll Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt vermitteln.
Alles Gute
Euer Martin Krefta

Artikel veröffentlicht am 21. April 2022 auf https://martinkrefta.de/2023/04/der-kleine-baer

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