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Flügel der Hoffnung

Von: Martin Krefta und Tom Nentwich

In einer malerischen Landschaft, umgeben von saftigem Grün und blühenden Blumen, streifte täglich ein stolzer Adler durch die Lüfte. Er drehte ganz hoch oben seine majestätischen Runden im Segelflug und suchte mit scharfem Blick nach Beutetieren. Immerhin hatte er ja im Adlerhorst seine drei Küken zu versorgen.

Eines Tages hörte er frühmorgens weit voraus ein trauriges Wimmern und folgte dem Klang, bis er unten ein am Boden liegendes Reh entdeckte. Der Adler landete sanft am Rand der Lichtung und näherte sich ihm behutsam. Es schien innerlich verletzt zu sein, da es sich weder als erschreckt zeigte noch aufstand. Sogar sein Kopf blieb am Grasboden liegen. Mit traurigen, tränenerfüllten Augen starrte es dem Raubvogel entgegen.

"Was ist los? Kannst du nicht aufstehen? Warum bist du so traurig?" fragte der Adler.

Das Reh hob träge und beschwerlich den Kopf ein Stück an und antwortete mit wispernder Stimme: "Oh, edler Adler, ich fühle mich so schwach und allein. Als ich die Waldlichtung betreten hatte, drehte sich mir plötzlich so etwas wie ein greller Blitz im Kopf herum und ich stand wie in einer Nebelschwade. Dann wurde es komplett schwarz in meinem Kopf und ich fiel zur Seite. Als ich nach langer Zeit erwacht war, lag ich hier bewegungslos im Dunkel der Nacht und niemand bemerkte mich. Nun habe ich den Glauben und die Kraft verloren, dass ich mich jemals wieder erheben kann.". Nach einem tiefen Seufzer sank sein Kopf mit einem dumpfen Schlag wieder auf den Boden.

Der Adler trat sanft noch näher neben das Reh und legte seine mächtigen Schwingen um dessen Kopf und Schultern. Beide Körper bebten und zitterten leicht. Die ganze Kraft und Energie des Greifvogels schienen sich auf das Reh zu übertragen. Als er wieder zurückgetreten war, hatten sich auch schon andere Tiere des Waldes um die beiden herum versammelt und boten ihre Unterstützung an. Die Eule gab ihre Weisheit weiter: "Wir waren alle einmal an einem dunklen Ort, aber wir haben gemeinsam unseren Weg ins Licht gefunden. Du kannst das auch."

"Hab Mut und renne mit mir. Du wirst sehen, dass du jede Herausforderung überwinden kannst." sprach der Hase, nachdem er aufmunternd einige kleine Kreise gesprungen war.

Mit kraftvoll tiefer und freundlicher Stimme sagte der Braunbär: "Reh, spüre meine Stärke. Du hast, wie auch ich, eigentlich wie alle Waldbewohner, stets die Kraft, alle deine Wunden zu heilen und wieder aufrecht zu stehen." Dann trat er an das Reh heran und legte ihm sanft eine seiner riesigen Pranken an die Schulter. Sofort schien auch ein Teil seiner Energie übergeben zu werden.

Das Reh sah sich verwundert um. Damit hatte es keinesfalls gerechnet. Vielmehr hatte es schon befürchtet, hier das Leben beenden zu müssen. Aber nun versammelten sich die verschiedensten Waldbewohner auf der Lichtung des Waldes und gaben dem Reh ihre Energie, ihre Liebe und Hoffnung weiter.

Am nächsten Tag konnte es bereits den Oberkörper wieder aufrichten und der Fuchs ermutigte es: "Gib nicht auf. Wir sind hier, um dich zu  unterstützen. Nur gemeinsam sind wir stark."

"Du bist nicht allein.“ sagte der Biber ganz besonders einfühlsam. „Wir werden so lange bei dir sein, bis du wieder befreit und glücklich bist."

Im Laufe der Zeit spürte das Reh die wachsende Kraft in seinem Inneren und begann, wieder Hoffnung zu schöpfen. "Ich danke euch allen von ganzem Herzen. Eure Unterstützung und Liebe haben mir gezeigt, dass ich nicht aufgeben darf. Gemeinsam können wir tatsächlich jede  Herausforderung meistern."

Mit jedem Sonnenaufgang und jedem neuen Tag heilten die inneren Verletzungen des Rehs und es konnte schon bald bereits mit neuer Energie und Freude über die Lichtung an den Waldrand spazieren. Als der Adler wieder einmal gelandet war, bemerkte er stolz: "Schau, wie weit du gekommen bist! Du bist ja nun ein tolles Symbol für Hoffnung und Stärke geworden."

"Ja, dank eurer Unterstützung und des Zusammenhalts habe ich den Glauben an das Leben wieder gefunden. Lasst uns diese Botschaft der Hoffnung überallhin weitertragen."

Diese Geschichte soll als lebendiges Symbol für weitreichende Hoffnung, positive Energie, unerschütterlichen Mut und emotionale Kraft besonders in schwierigen Zeiten stehen. Sie erinnert uns alle, dass menschlich wahre Stärke darin besteht, einander stets zu unterstützen und gemeinsam die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Artikel veröffentlicht am 3. November 2023 auf https://martinkrefta.de/2023/11/fluegel-der-hoffnung

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